Die Bipolare Störung

Bipolare Störungen oder Erkrankungen werden synonym zu dem Begriff der manisch-depressiven Erkrankung verwendet. Diagnostisch übergeordnet zählen sie zu den affektiven (d.h. auf das Gefühl oder Gemüt bezogenen) Erkrankungen. Entsprechend ist das entscheidende Merkmal in Krankheitsphasen eine krankhafte Veränderung des Gefühllebens und der Stimmung. „Bipolar“ bedeutet, dass die Stimmung zwischen dem Pol der extremen Hochstimmung (Manie) und dem Pol schwermütiger Herabgestimmtheit (Depression) schwankt.

Typische Symptome der Manie sind eine Steigerung und Labilisierung der Gefühle einhergehend mit einer Hochstimmung (Euphorie) oder Missstimmung (Dysphorie), ein beschleunigtes Denken und Reden, ein gesteigertes Selbstbewusstsein, eine motorische Überaktivität und Erregung sowie eine Enthemmung des Verhaltens. Kontrastierend dazu zeigen sich in der Depression eine gedrückte, depressive oder traurige Stimmung, ein vermindertes Selbstbewusstsein sowie eine Hemmung der Gefühle, der Motivation, des Denkens, des Sprechens, des Antriebs und des Verhaltens.

Die Auslenkung der Stimmung kann von leicht bis extrem schwanken. Bei extremen Stimmungsschwankungen kann es sowohl bei der Depression als auch bei der Manie vorkommen, dass die Realität verzerrt wahrgenommen wird und Wahnideen oder Sinnestäuschungen auftreten. Man spricht dann von einem psychotischen Erleben oder einer Psychose.

Bipolare Erkrankungen treten phasisch auf, das heißt akute Krankheitsepisoden unterschiedlicher Dauer wechseln sich in der Regel mit symptomfreien Intervallen ab. Ein entscheidendes Merkmal der Erkrankung ist daher die periodische Wiederkehr der akuten Krankheitsepisoden oder –phasen.

Artikel Kleine Zeitung

Artikel Kleine Zeitung 15.11.2014